Kia Ora!
Das ist der Maorigruß. Ausgesprochen wird es aber mehr wie „kiora“. Ja.. das weiß ich durch eine echt supercoole Guided Tour mit dem Bus. Aber immer der Reihe nach.
Am Sonntag kamen wir in Paihia an. Das ist in den Bay of Islands und voll mit Backpackern :) Die Hauptstraße führt direkt am Strand vorbei und unser Hostel (called „Mousetrap“, very lovely and charming!!) war 70 Meter von selbigem entfernt. Wenn man fürs Party-machen nach Neuseeland kommt, ist dies definitv ein perfekter Ort dafür. Sonntag abend haben wir uns dann mit einer Engländerin aus einem anderen Hostel getroffen, mit der wir in Whangarei schon zusammen im Zimmer (bzw. Haus) waren.
Montag fuhren wir zusammen mit der Engländerin mit der Fähre nach Russel. Hier steht die älteste, noch „aktive“ Kirche von Neuseeland. Ist ein weißer Holzbau. Innen sind alle Bänke mit total schönen, selbstgestickten Kissen ausgestattet. Danach sind wir noch auf den Ausguck hochgekrakselt und haben runtergeschaut. Mal wieder :) Leider war das Wetter nicht schön. Zwar warm, aber bewölkt. Von dem her sind die Fotos leider nicht allzu atemberaubend. Abends sind Caroline und ich mal gescheit was essen gegangen und haben ne Flasche Wein vernichtet. Auf dem Rückweg trafen wir einen Engländer aus dem Hostel, der gerade auf dem Weg zum Strand war um Frisbee zu spielen. Da waren wir natürlich gleich dabei und ich konnte meine „german skills“ unter Beweis stellen (kein Kommentar).
Dann, der gestrige Tag... einfach cool. Wir haben mit unserem Busticket eine Tour zur Westküste gebucht. Mit einem Maoriguide. Auf der Fahrt erzählte er uns über die Maoris, die Landschaft, durch die wir fuhren und über sich.
Der erste Stop der Fahrt war dann das „Wairere Boulder Valley“. Ein da wohnendes, schwedisches Ehepaar hat dort einen Weg (eine Art Leerpfad, mit allen Namen der Bäume) angelegt, quer durch den tiefsten Busch. Dort erklärte uns Rob (unser Guide) die verschiedenen Bäume und für was sie von den Maoris hergenommen wurden. Unter anderem zeigte er uns ein Exemplar des Kauri („cowdy“). Diese Baumart wächst unwahrscheinlich langsam. Wir verschätzten uns bei diesem Baum alle gewaltig im Bezug auf das Alter. Der Stamm hat
te einen Durchmesser von ca 40 cm. Und er war 300 Jahre alt. Später sahen wir dann einen sehr jungen, der 1995 gepflanzt wurde. Also 14 Jahre alt. Zu sehen auf dem Bild rechts... (der Rechte Stengel, das linke ist nur die Stütze.) Insgesamt sind wir ca. eine Stunde dort im Busch herumgelaufen. War sehr beeindruckend. Vor allem mit dem ganzen Insiderwissen von Rob. Als wir wieder zum Bus zurückkamen, sah ich mein erstes neuseeländisches Opossum. Besser gesagt zwei, Mutter und Kind. Diese Tiere sind leider in Neuseeland eine echte Plage. Sie wurden von den Europäern hergebracht. Es gibt inzwischen 80 Millionen davon (eine krasse Zahl wenn man bedenkt, dass es nur 4,2 Millionen Menschen dort gibt!). Der Mann hatte die beiden mit einer Käfigfalle gefangen. Auf Carolines Frage, was er denn jetzt mit ihnen machen würde, fragte er nur, ob sie das wirklich wissen wolle. Okay...
Danach ging die Fahrt weiter nach Opononi, das an der Westküste liegt. Hier gab es ein Special. Unser Glück war nämlich, dass wir von 8 Leuten die einzigen zwei Touris waren. Die anderen Teilnehmer waren Kiwis, die diese Tour zu Arbeitszwecken mitmachten. Es waren alles Angestellte von einer Touristinformation oder sowas. Und um die Leute richtig zu beraten, müssen sie die Touren ja auch selber mitmachen. Dadurch kamen wir in den Genuss, in Opononi mit dem Boot zu den Sanddünen des Hokianga Harbours zu fahren und dort wurden wir mit dem Buggy dreierweise hochgefahren, quer über die Dünen, um das ganze von oben zu sehen. Das war echt saucool! Nur war der Sand danach überall in den Haaren und den Klamotten :) Auch sehr faszinierend waren die „Felsen“ dort. Also es sah aus wie wenn da Felsen im Sand wären, aber es war in Wirklichkeit Sand. Das erklärte uns der Führer dort. Echt krass alles. Nach ein paar Fotos mit den anderen, viel hin und her und so, ging es mit dem Boot wieder zurück und wir aßen dort was zu Mittag.
Danach trafen wir mit einem anderen Maoriführer zusammen. Nachdem er sich vorgestellt hatte, sollte sich jeder Teilnehmer auch vorstellen. :) Und jeder wurde mit einem Kia Ora begrüsst. Er machte dann noch kurz lustiges Vogelstimmenraten mit uns und schließlich kamen wir dann dort an, wo wir mit diesem Führer eigentlich hinwollten. Beim „Tane Mahuta“. In Englisch: Lord of the Forest. Dies ist wieder ein Kauri-Baum, wie wir ihn vorher schon sahen. Und auch wieder nicht. Denn dieses Exemplar ist 2000 Jahre alt. Zweitausend Jahre! Stellt euch das mal vor! Auf dem Weg dahin begrüßte der Maori den Baum mit Gesang und Gebet. Das war echt faszinierend und ergreifend irgendwie. Mittlerweile hat es auch geregnet und dies machte das alles noch viel dramatischer. Als wir beim Baum ankamen, hieß der Maori uns immer wieder willkommen beim Lord of the Forest. Die Maoris ehren diesen Baum sehr, überhaupt die ganze Natur. Am Ende meinte er dann noch, wir sollen nun einen Moment still sein und den Baum auf uns wirken lassen. Wir könnten dem Baum einen Wunsch vorbringen oder ihm einfach etwas anvertrauen oder was auch immer wir wollen. Das war echt ein krasser Moment, weil alle zu dem Baum hochstarrten, alles war still und ich hätt am liebsten das Heulen angefangen. Keine Ahnung warum. Ihr denkt jetzt bestimmt: „Hä? Anita, bist dus?“ :) Ja, schon. Aber das war einfach echt so... krass... Weil der so mächtig ist und man sich daneben so klein, dumm und vor allem so verdammt jung vorkommt. Und im gleichen Moment genau weiß, dass wir doofen Menschen genau das alles kaputt machen...
Aber genug davon. Danach haben wir uns wieder auf den Heimweg gemacht. Haben zwischendrin noch bei den Wasserfällen in der Nähe von Paihia angehalten. Das war ein sehr schöner Abschluss. Und dann wurden wir wieder in unserem Hostel abgesetzt und vorbei war der bis jetzt echt beste Tag hier. Es waren so viele Informationen und Eindrücke. Wahnsinn.

Am Abend waren wir im Hostel und haben Schach gespielt, Fotos angeschaut und was man halt so macht. Englisch geredet. Was hier echt nicht so alltäglich ist wie man meinen könnte, da wirklich alles voll mit Deutschen ist. Beendet wurde der Tag mal wieder mit einer Kissenschlacht: Frankreich - England - Deutschland :) Gewonnen hat keiner so richtig.
Heute haben Caroline und ich uns getrennt. Sie bleibt noch ein paar Tage in Paihia, geht dann zurück nach Auckland und hat dann einen Flieger nach Australien. Ich bin weiter nach Kerikeri. Hier bin ich nun in einem sehr schönen Hostel. Heißt Farm Hostel und ist sehr klein und familiär. Hier möchte ich versuchen einen Platz zum wwoofen zu finden. Da es hier sehr viele Orangenfarmen und sowas gibt, hoffe ich, dass ich da eine kleine Chance habe.
So, das war mal wieder sehr viel auf einmal. Mir tun die Augen weh und ich werden jetzt zu Bett gehen, während ihr noch den halben Tag vor Euch habt. Haha, ich bin euch immer einen Schritt voraus :)