Mittwoch, 16. Dezember 2009

Welcome to Kaitaia

Hello!!

Puh. Da bin ich wieder, in der Zivilisation. :) Jetzt kann ich euch endlich erzählen, wie meine Reise weiterging.

Am Sonntag bin ich, wie gesagt, mit dem Bus nach Manganui gefahren. Das ist ein kleines Dörfchen direkt an der Küste. Sehr schön und malerisch. Um halb drei kam ich dort an. Gut, nun stand ich da. Das erste Mal seit ich in NZ angekommen bin, hatte ich weder ein Hostel gebucht, noch einen Plan, wo eins sein könnte. Ich wusste von Andy, dass es in Manganui ein Visitor Centre gibt, also bin ich da hingelaufen. Leider war Sonntag und das Centre hatte geschlossen. Da hatte ich gar nicht mehr mit gerechnet, da in den Städten der Sonntag praktisch nicht exestiert. Also auf die Geschäfte bezogen. 7-Tage-Woche. Echt krass.

Ok, zurück zum Thema. Da normalerweise die Hostels immer ausgeschildert sind, bin ich einfach mal losgelaufen. Was gar nicht so unbeschwerlich war, da man ja erstens seinen ganzen Kram schleppen muss und zweitens war es da sehr hügelig. Nachdem ich dann einen mächtigen Hügel erkommen hatte (währendessen mir ein paar Maorikinder Löcher in den Bauch gefragt haben: Wo kommst du her? Was machst du jetzt? Warum machst du das? Läufst du quer durch Neuseeland? Etc...), fragte ich einen Frau, die gerade in ihrer Einfahrt rumwerkelte, ob sie wisse, wo das nächste Backpacker-Hostel sei. Sie erklärte mir, dass es in Taipa ganz viele gebe. (Entfernung: ca 7 km)

Also bin ich weitergewandert. Leider muss man halt immer am Highway entlang laufen, aber wenn man aufpasst geht das schon. Nach einer viertel Stunde merkte ich, dass ich leider versäumt hatte, mir etwas zu trinken zu kaufen. Hatte noch einen kläglichen Rest in meiner Flasche und den musste ich mir gut einteilen, da ich nicht wusste, wann ich den nächsten Supermarkt finde. Der Highway führt hier eine zeitlang direkt an der Küste entlang und das war einfach superschön. Das hat die Anstrengung ein wenig entschädigt. In Coopers Beach fand ich zum Glück einen Laden, wo ich mir etwas zu trinken kaufen konnte. Während ich lief, versuchte ich zwischendrin immer mal wieder, ob mich nicht jemand mitnehmen möchte. Wollte keiner, aber das hatte mich nicht sonderlich gestört, da es ja nicht unmöglich war, bis Taipa zu laufen. In Cable Bay (Bild links) wär ich am liebsten angehalten und hätte mich an den Strand gesetzt. Superschön!

Schließlich und endlich erreichte ich Taipa. Nach ewig vielen Hügeln wohlgemerkt. Frohen Mutes hielt ich also Ausschau nach Backpackern. Aber nichts wars. Das einzige was es gab, waren Motels. Die ich schon auf meinem ganzen Weg passiert hatte. Nachdem ich Taipa durchquert hatte, bin ich dann doch etwas verzweilfelt trotzdem mal in ein Motel maschiert. Wollte einfach mal fragen, was es denn kosten würde. Die Dame schaute etwas mitleidig und sagte etwas mit „one hundred and... „ ab da hatte ich schon nicht mehr zugehört. Das war definitiv zu viel! Sie erklärte mir, dass es in Taipa kein einziges Backpacker gäbe und dass sich die nächsten auf der Halbinsel der Doutbless Bay befinden. Eine halbe Stunde mit dem Auto...

Aber ich hatte keine andere Wahl. Hab vorsorglich in dem Hostel angerufen, ob die überhaupt Platz haben und hab mich wieder auf den Weg gemacht. Diesmal musste ich trampen. Inzwischen war es schon 18 Uhr und im Dunkeln wollte ich nicht unbedingt auf dem Highway herumlaufen. Also wieder Daumen raus und zwischendrin immer weitergelaufen. Nachdem so ca. 15 Autos an mir vorbeigefahren sind ohne irgendwelche Anstalten zu machen, mich mitzunehmen, freundete ich mich schon mit dem Gedanken an, im Freien zu übernachten. Aber auch das gestaltet sich nicht gerade einfach in NZ, denn hier sind überall Zäune! Es gibt auch keine Feldwege zwischen den Feldern oder so. Wie auch immer. Als ich also so grübelte, wo ich am besten die Nacht verbringen könnte, streckte ich immer wieder - mehr oder weniger hoffnungslos - die Hand raus, sobald ich ein Auto hinter mir hörte. Als ich dann über eine der zahlreichen Hügelkuppen kam, stand in ein paar Metern Entfernung doch tatsächlich ein Auto am Straßenrand. Mit Rückfahrleuchten an und wartete. Konnte es zuerst gar nicht glauben. Als ich näher kam, saß ein alter Mann darin. Ein echter Kiwi :) Ich verstand ihn am Anfang fast nicht. Er fragte mich, wohin ich wolle und meinte, ich solle einsteigen, er kann mich ein Stück mitnehmen. Um auf die Halbinsel zu kommen, muss man aber vom Highway abbiegen. Bei der Abzweigung meinte er dann, ich könne auch mit zu ihm kommen. Er hat drei freie Betten, ich könnte bleiben so lang ich will und muss nichts zahlen. Er zeigte mir auf der Karte, wo er ungefähr wohnt („It´s just me and my cat.“). Da mein Hostel von dieser genannten Abzweigung noch 15 km entfernt war, ich bekanntlich keine guten Erfahrungen mit trampen gemacht hatte und sowieso schon ewig auf den Beinen war, sagte ich zu. Im Normalfall hätte ich das wohl nicht gemacht und wahrscheinlich erklären mich jetzt einige von Euch für verrückt und machen sich nachträglich noch Sorgen, aber der Mann war so nett und ich war sooo fertig! Ein paar Minuten später waren wir dann daheim. Achja, sein Name war übrigens Terry (Terence) und er entpuppte sich als ein wirklicher Schatz! Das Haus allerdings... sagen wir mal so... hatte schon bessere Zeiten gesehen :) Aber ich hatte mein eigenes Zimmer mit großem Bett und seine Katze (bzw. Kater – Bobby) war sooo süß! Er war noch total jung und wollte die ganze Zeit kämpfen. Terry hat dann gleich was zu essen gemacht und ich konnte mein Glück gar nicht fassen, als ich dann schließlich in einem weichen Bett lag und nicht irgendwo im Wald oder sonstwo.

Am Montag ist Terry schon in der Früh um 7 zur Arbeit. Hatte mir aber eine Karte von Neuseeland auf den Tisch gelegt und dazugeschrieben, wo er ist, und dass er am Abend wiederkommt. Also mal ehrlich... ich würde das nicht machen. Eine wildfremde Person in mein Haus lassen und diese dann auch noch alleine lassen. Ich mein, ich hätte sonstwas anstellen können. Ich hätte auch locker sein Auto schnappen können, der Schlüssel dazu lag offen rum. Aber da ich anständig bin, hab ich das natürlich nicht gemacht. Stattdessen wollte ich mich erstmal revangieren und hab dafür seine Fenster und den Kühlschrank geputzt :) Dann bin ich raus und hab mir Awanui angeschaut. Ein ewig kleines Dörfchen, aber es gab ein paar Läden und unter anderem ein Kauri-Souvenir-Shop. Dort gab es unter anderem Möbel aus 45.000 Jahre alten Karuis (die aus dem Boden ausgegraben werden, also es werden keine Bäume dafür gefällt.) geschnitzt und als Highlight, eine Wendeltreppe. In einen Kauristamm geschnitzt.(Zu sehen auf dem Bild rechts) Total krass einfach..

Am Abend bin ich dann mit Terry nach Kaitaia gefahren, wo er was erledigen musste und danach nach Coopers Beach, wo er etwas mit einem Zahnarzt klären musste, für den er etwas gearbeitet hatte. Währendessen hab ich mich mit der Zahnärztin unterhalten, die noch total jung war und mindestens genauso nett. Irgendwie sind die Kiwis alle nett hab ich das Gefühl. Sie war sogar auch schon in Deutschland, aber nur in Hamburg. Nachdem das erledigt war, meinte Terry, jetzt könnten wir noch ein Bierchen trinken gehen. Sind nach Taipa in seine Stammkneipe und da waren schon wieder lauter nette Kiwis. Erstmal wurde ich natürlich total verwundert angeguckt, da das alles Freunde von Terry waren und logischerweise überrascht, ihn in Begleitung eines jungen Mädels zu sehen :) Der Wirt hat mir aber gleich begeistert erzählt, dass er auch schon in Deutschland war und ist sofort losgelaufen, um seine Fotoalben zu holen. Der Abend war echt total cool. Die waren alle hammernett, ich hab was zu Essen bekommen (warum hab ich nicht genau verstanden, aber das war ein Buffet für alle. Kneipe war mittlerweile geschlossen für normale Kunden.) und fürs Bier hab ich irgendwie auch nichts gezahlt. Sehr seltsam :) Am Ende haben mir alle noch viel Glück gewünscht und ich solle doch unbedingt nochmal vorbeigucken, bevor ich wieder heimfahr.

Gestern hab ich den ganzen Tag gechillt, Buch gelesen, ferngeschaut und so Sachen. Am Abend hat Terry mich rumgefahren. Nach Ahipara und nach Waipapakauri und hat mir halt alles so ein bisschen gezeigt. Das war echt so hammernett von ihm! Ich sag ja, ein Schatz :) Abends hat er wieder gekocht, und diesmal konnt ich ihn überzeugen, dass ich doch wenigstens den Abwasch machen möchte um auch ein bisschen was für ihn zu tun :) Da ich ja heute wieder weiter wollte, hat er mir noch gezeigt, wo ich den Hausschlüssel verstecken soll und dass der immer da ist, falls ich irgendwann nochmal wieder kommen will und er nicht da ist.

Tja und heute hab ich mich dann trotzdem nach Kaitaia aufgemacht. Das waren 8 Kilometer, die ich auch wieder komplett gelaufen bin. Es wär auch ein Bus gefahren, aber das wollte ich gar nicht. Diesmal ist auch eine Frau angehalten und hat gefragt, ob sie mich mitnehmen kann. Und als ich auf halbem Weg eine Pause machte (in der Nähe einer Hofeinfahrt) hat mich der Besitzer, der grad heimkam, gleich gefragt ob ich auf eine Tasse Tee reinkommen möchte. Hab aber diesmal dankend abgelehnt. Möchte mein Glück schließlich nicht überstrapazieren. Ja und nun bin ich in Kaitaia, endlich wieder online und hatte aber schon wieder das Glück, dass ich ein 5er Zimmer für den billigereren Preis bekam, da das 10er Zimmer voll ist. Und ich hab sogar ein fettes Doppelbett abgestaubt *lach* Und wenn alles klappt wies soll, werde ich hier Maxi treffen (Kumpel aus Deutschland, der auch grad in NZ ist).

So, das war jetzt mal wieder ein langer Eintrag. Deswegen hör ich jetzt erstmal wieder auf, sonst bin ich noch Schuld, wenn ihr nicht mehr vom PC wegkommt :)

Sodenn, macht es gut, genießt die Vorweihnachtszeit und bis bald!


PS: Mir sind einige Rechtsschreibfehler in meinen alten Posts aufgefallen. Ups! Ich bitte, darüber hinwegzusehen, da ich das hier meistens in Eile schreib ;)

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ja, wirklich sehr seltsam, dass ein haufen alter männer dem einzigen jungen mädel in der kneipe die ganze zeit bier ausgibt... mann, mann, du machst sachen, ey

das einzig beruhigende ist, dass du das ganze in NZ machst :)

anbico hat gesagt…

Ey nee! Da waren doch auch Frauen! Und nich alle alt! Und das war irgendwie so´n geschlossene-Gesellschaft-Ding. Die waren echt alle total cool und logger drauf. Also nix beunruhigendes. Und jetzt bin ich ja auch schon wieder in nem Hostel...

Monika hat gesagt…

mnannoman eyyyy :) bin ich froh, daß der "Schatz"kein Reinfall war! Und Andreas, auch in NZ können diese alten Männer schlechte Gedanken haben :)

Mensch Anita, da hast Du eine Odyssee, fast wie Odysseus he he na ja daher die Bezeichnung...und echt ein wahres Kunstwerk, die Wendeltreppe im Baumstamm!
Du erlebst tolle Sachen, weiterhin ganz viel Glück, und paß auch weiter so gut auf Dich auf

Anonym hat gesagt…

wie alt war denn der "alte" mann? :-)

aber wahnsinn, was du so erlebst. wirst sehen, ich komm und es ist alles langweilig :-/

cu!